≈ Wenn der Berufsstand in die Kritik gerät

Es ist schon lange an der Zeit, Stellung zu beziehen, in vielerlei Hinsicht. Was wir denken und noch mehr was wir fühlen wird sehr schnell zur absoluten Wahrheit. Mein Berufsstand scheint sich in Coronazeiten noch wichtiger zu nehmen als zuvor. Ich tue gleich mehrere Dinge. Erstmal schäme ich mich für meine „wissenden“ Kollegen. Schon vor Corona war es oft nicht einfach, mit der Überzeugtheit mancher Freunde und Kollegen umzugehen. Diese Kritik und das Misstrauen scheint immer mehr gerechtfertigt zu sein. Allerdings stellt gleichzeitig niemand die gesamte Ärzteschaft in Frage, nur weil einige „verquer“-denken und ihre Führungsqualitäten entdecken. Ich wollte und will mir Zeit nehmen für die Sorgen und Nöte meiner Patienten. Mein Angebot ist breit gefächert, aber nicht immer ist für alle das Richtige dabei. Auch das musste ich im Lauf der Zeit lernen. Doch die positiven und hilfreichen Erfahrungen überwiegen. Manchmal begegne ich jungen Erwachsenen, die ich behandeln durfte, als sie noch klein waren. Oder Patienten, die nach Jahren wieder in die Praxis kommen und mir berichten, wie gut ihnen die Behandlung damals getan hat. Dann spüre ich einen Moment lang, dass ich den richtigen Beruf für mich gewählt habe. Ich gebe mein Bestmögliches, als Mensch und als Heilpraktikerin.